Telematik

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Telematik bezeichnet eine Technologie, die Telekommunikation und die Informatik verknüpft. Es handelt sich dabei in der Regel um die Verknüpfung mehrerer EDV-Syteme, mit Hilfe von Telekommunikation.

Darstellung nach Sozialministerium Stuttgart - Ministerin Frau Dr.med. Monika Stolz
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Darstellung nach Sozialministerium Stuttgart - Ministerin Frau Dr.med. Monika Stolz

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  • Es war der Startschuss für eine neue Entwicklung in der Gesundheitstelematik: Auf der Medizinmesse MEDICA im November 2005 stellten die Ärztekammern im Beisein des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann den bundesweit ersten elektronischen Arztausweis vor. „Mit dem elektronischen Arztausweis unternehmen wir erste Schritte in ein elektronisch komplex vernetztes Gesundheitswesen“, erklärte Prof. Dr. Christoph Fuchs, Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer. „Damit liegen wir im selbst gesteckten Zeitplan. Das ist ein wichtiges Signal für die gesamte IT-Branche – zumal auch die elektronische Gesundheitskarte ein Renommierprojekt werden soll, mit dem Deutschland weltweit werben will.“ NRW-Gesundheitsminister Laumann sah in der gemeinsamen Leistung aller 17 Ärztekammern „ein positives Beispiel für das Funktionieren der Selbstverwaltung“. (Tätigkeitsbericht der BÄK für das Jahr 2005)

Inhaltsverzeichnis

Politische Absichtserklärungen im Koalitionsvertrag

  • Telematikinfrastruktur
Deutschland braucht eine Telematikinfrastruktur, die die technischen Voraussetzungen dafür schafft, dass medizinische Daten im Bedarfsfall sicher und unproblematisch ausgetauscht werden können. Die Arzt-Patientenbeziehung ist ein besonders sensibles Verhältnis und daher ausdrücklich zu schützen. Datensicherheit und informationelle Selbstbestimmung der Patientinnen und Patienten sowie der Versicherten haben für uns auch bei Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte höchste Priorität.
Vor einer weitergehenden Umsetzung werden wir eine Bestandsaufnahme vornehmen, bei der Geschäftsmodell und Organisationsstrukturen der Gematik und ihr Zusammenwirken mit der Selbstverwaltung und dem Bundesministerium für Gesundheit, sowie die bisherigen Erfahrungen in den Testregionen überprüft und bewertet werden. Danach werden wir entscheiden, ob eine Weiterarbeit auf Grundlage der Strukturen möglich und sinnvoll ist. (Herbst 2009, schwarz-gelbe Koalition)

Parteiprogrammaussagen zu Wahlen

  • Die FDP in NRW befürwortet den Aufbau einer modernen und funktionsfähigen Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen. Damit können die Versorgung und die Behandlungsabläufe für die Patienten verbessert werden. Zentrale Voraussetzungen für dieses Projekt sind jedoch die Praktikabilität in der Anwendung, ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis sowie die Sicherheit der sensiblen Gesundheitsdaten. Bis diese Voraussetzungen nachweisbar erfüllt sind, darf die Weiterentwicklung der Krankenversichertenkarte zur elektronischen Gesundheitskarte nur im Rahmen eines sicheren Versichertendatenmanagements erfolgen, bei dem neben den Personalien lediglich die im Notfall benötigten Daten gespeichert werden und eine sichere Telematikinfrastruktur zwischen den Leistungserbringern gewährleistet ist. Alle weiteren medizinischen Anwendungen werden solange mit einem unbefristeten Moratorium belegt bis hinreichende Erkenntnisse aus den laufenden Modellvorhaben vorliegen. (aus Programm der FDP zur Landtagswahl am 9. Mai 2010)

Zitate

  • Dietmar Hopp: Nehmen sie doch nur das elektronische Rezept: Wenn ihnen der Arzt etwas verschreibt, weiß er mit Hilfe der Gesundheitskarte, welche Medikamente sie sonst noch nehmen und welche Risiken sich daraus ergeben. In Deutschland sterben mehr Menschen an Arzneimittelunverträglichkeit als durch den Straßenverkehr. Oder stellen Sie sich vor, Sie haben einen Unfall: Mit der Gesundheitskarte kennt der Arzt im Krankenwagen sofort ihre Notfalldaten wie Blutgruppe und Allergien. Diese werde in Windeseile ans Krankenhaus überliefert, und wenn Sie dort ankommen, sind die Ärzte vorbereitet. Es wäre ein Wahnsinn, wenn wir das in Deutschland nicht nutzen würden.
FAZ: Wenn der Auftrag für die Gesundheitskarte tatsächlich einem Unternehmen zugeschlagen wird, käme das einem Quasi-Monopol gleich.
D.H.: Nein. ICW könnte das gar nicht allein machen. Da bräuchten wir Partner wie T-Systems oder IBM, und eine ganze Menge Dienstleister. So einfach ist das nicht.
FAZ: Und wenn der Zuschlag nicht kommt, ist die ganze Investition verpufft?
D.H.:Nein. Dann müsste sich die ICW noch mehr ins Ausland orientieren. Wenn nicht hier, dann kommt der Durchbruch in Amerika. Dass Obama mit seinen Plänen für eine Krankenversicherung durchgekommen ist, hat schon jetzt eine enorme Wirkung. (FAZ vom 22 Nov. 2009 Dietmar Hopp im Gespräch - „Ich will etwas zurückgeben“ - „Wir wären verrückt, wenn wir die Gesundheitskarte ablehnen“)
  • Schon während der katastrophalen Rückrunde in der Saison 2008/2009, als sein Team trotz Herbstmeisterschaft noch auf Platz sieben abrutschte, hatte Rangnick gesagt: "Mit Mittelmaß kann ich mich nicht identifizieren. Ich bin nicht bereit, weitere Rückschritte in Kauf zu nehmen." Er forderte öffentlich Verstärkungen auf sechs bis sieben Positionen. Hopp reagierte höchst verärgert: "Ich lasse mich nicht erpressen." Der 70-Jährige wies schon damals darauf hin, dass "der Etat in erster Linie wirtschaftlich ausgewogen und sinnvoll sein muss".
  • Das ist aus Sicht der KBV unzumutbar. „Niedergelassenen Ärzten dürfen durch den Stammdatenabgleich keine Kosten entstehen“, forderte KBV-Sprecher Roland Stahl. Er kündigte an, man werde diesbezüglich verstärkt das Gespräch mit den Kostenträgern suchen. Generell hält die KBV es für wichtig, das Telematikprojekt weiter voranzutreiben. „Ärzte, die sich der Online-Anbindung verweigern, tun sich selbst damit auf Dauer sicher keinen Gefallen“, ist der KBV-Sprecher überzeugt. Mittelfristig gehe auch im Gesundheitswesen kein Weg an der Online-Kommunikation mehr vorbei. (Am 18.6.2010 nach der Beschlussfassung zur Gesetzesänderung im Bundestag!)
  • Portaltechnologie - Darüber hinaus hat Sana Anteile am Institut für angewandte Telemedizin (IFAT) am Herz- und Diabeteszentrum NRW erworben, einem Vorreiter in Sachen integrierter Patientenversorgung unter Einsatz telemedizinischer Verfahren. So gibt es diverse Betreuungsprogramme am IFAT, darunter „HerzAs“ für Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz. Für jeden Patienten, der daran teilnimmt, wird eine einrichtungsübergreifende eFA angelegt. Sämtliche Einträge in der Akte sind über ein einheitliches Portal („medPower“-Portal) zugänglich. Über die Portaltechnologie erhält das Klinikpersonal rollenbasiert Zugriff auf die Daten, aber auch externe, in die Behandlung eines Patienten involvierte Ärzte können auf bestimmte Informationen zugreifen.
  • T-City Friedrichshafen startet Pilotphase mit IT-unterstützter Blutdruckmessung - Im Bodenseekreis wird die Zahl der Hausärzte in den kommenden Jahren dramatisch zurückgehen. die Zahl der zu betreuenden Patienten wird steigen. Ergo brauche der Arzt mehr Zeit und müsse Routineaufgaben anders organisieren. (Feb. 2011)
  • Immer mehr Menschen müssen mit Diabetes leben. Die Veranstaltungsreihe der vhs in Kooperation mit dem Projekt T-City klärt über Ursachen der Krankheit auf, beleuchtet verschiedene Aspekte des Lebens mit Diabetes und zeigt Wege, wie trotz der Diagnose ein erfüllter Alltag möglich ist. Die Veranstaltungsreihe informiert Sie des Weiteren über Möglichkeiten der Telemedizin, die sich in den USA und in den Skandinavischen Ländern längst etabliert haben. Die Telemedizin kombiniert Anwendungen der klassischen Medizintechnik mit moderner Telekommunikation wie Handy oder Bluetooth und erleichtert somit die tägliche Messung und Überwachung der Blutzuckerwerte. (Kurs U5102 Gesund leben mit Diabetes - gefördert durch das T-City-Projekt - VHS Friedrichshafen)
  • Das Gespräch mit Dr. med. Christiane Groß und Dr. med. Dr. phil. Hans-Jürgen Bickmann, Ärztlicher Beirat zur Begleitung des Aufbaus einer Telematikinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen „Kein Feigenblatt für etwas“ - Ein komplexes Thema, das für den Beirat als nächstes auf dem Programm steht, sind elektronische Akten im Gesundheitswesen. „Wir haben uns bereits mit elektronischen Patientenakten auf mobilen Speichermedien befasst, aber die Diskussion ist noch nicht zu Ende. Zunächst müssen wir die verschiedenen Akten erst einmal eindeutig definieren, um dann später auch zu elektronischen Akten auf mobilen Speichermedien ein Statement zu verfassen“, berichtet Groß.

Tätigkeitsberichte der BÄK

Tätigkeitsbericht 2002/2003

  • Gemeinsame Erklärung zum Einsatz von Telematik im Gesundheitswesen
Im Mai 2002 haben sich das Bundesministerium für Gesundheit und die Spitzenorganisationen des Gesundheitswesens im Rahmen einer gemeinsamen Erklärung für „einen verstärkten Einsatz von Telematikanwendungen im Gesundheitswesen“ ausgesprochen. Die Bundesärztekammer gehört zu den Unterzeichnern der Erklärung. Die Unterzeichner bekräftigen neben ihrem Willen zur engen Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Durchführung von Projekten der Gesundheitstelematik auch die Freiwilligkeit von Versicherten und Patienten, bei der Speicherung von Gesundheitsdaten im Zusammenhang mit der geplanten Gesundheitskarte und lehnen die Anlage von zentral gespeicherten Datensammlungen ab.
Elektronischer Patientenausweis – „Gesundheitskarte
Nachdem im Herbst 2001 Todesfälle zur Rücknahme des Lipidsenkers Lipobay vom Markt führten, schlug die Bundesministerin für Gesundheit die Einführung eines elektronischen Arzneimittelpasses vor. Die Bundesregierung kündigte im Oktober 2002 in der Koalitionsvereinbarung die Einführung einer Gesundheitskarte an. Im Berichtszeitraum liegen inzwischen konkrete Planungen des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung zur Einführung einer technisch um einen Mikroprozessor erweiterten Krankenversicherungskarte („Smartcard“) bis zum 01.01.2006 vor. Neben der Speicherung von Daten zu Arzneimittelverordnungen („elektronisches Rezept“) und zur Inanspruchnahme von Leistungen im Ausland soll die Karte die „Bereitstellung und Nutzung“ von umfangreichen medizinischen Daten der Versicherten ermöglichen. Die Planungen des Ministeriums beschreiben damit den Einstieg in die Umsetzung einer Telematikinfrastruktur für das Gesundheitswesen in Deutschland.
Die Bundesärztekammer wird die Entwicklung konstruktiv und kritisch in Kooperation mit den anderen Spitzenorganisationen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen begleiten. Dabei liegt besonderes Augenmerk auf dem Schutz des Vertrauensverhältnisses zwischen Patient und Arzt als die wichtigste Grundlage ärztlichen Handelns.


Aktionsforum Telematik im Gesundheitswesen (ATG)

  • Das Aktionsforum Telematik im Gesundheitswesen (ATG) wurde auf Anregung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Bundesärztekammer als Ausschuss der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und Gestaltung e.V. (GVG), Köln, eingerichtet ( http://atg.gvg-koeln.de/). Der ATG-Ausschuss hat Anfang des Jahres 2000 nach einer anderthalbjährigen Vorbereitungsphase und Leitung von Dr. Manfred Zipperer seine Arbeit aufgenommen. Das ATG soll der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen ein Konsensforum für Fragen der Telematik sein und eine Gesprächsplattform mit der Industrie und der Wissenschaft bieten. Arbeitsgruppen des ATG, in denen auch von der Bundesärztekammer benannte Vertreter mitarbeiten, haben in den letzten Jahren zu den Themen
– Sicherheitsinfrastruktur
– elektronischer Arztbrief
– elektronisches Rezept
– europäische und internationale Entwicklung
und im Berichtszeitraum zum Thema Pseudonymisierung/Anonymisierung ihre Arbeit abgeschlossen und in „Managementpapieren“ und Berichten dokumentiert. Die Dokumente sind auf dem Internetportal der GVG abrufbar. Für die weitere Arbeit waren im Berichtszeitraum Projektgruppen zur Erarbeitung von Managementpapieren zu den Themen
– Elektronische Patientenakte
– Patienten- und Experteninformationssysteme
aktiv. Die Ergebnisse der Arbeit der Projektgruppen werden in Form von „Meilensteinen“ auf der Website des ATG im Internet zur öffentlichen Kommentierung publiziert


IT-Kompakt

  • IT KOMPAKT ist der Informationsdienst der Pressestelle der Bundesärztekammer zur Telematik im Gesundheitswesen. Seit Dezember 2004 sind sechs Ausgaben des achtseitigen Dienstes erschienen, in denen regelmäßig über neue Entwicklungen im Bereich E-Health informiert wurde. (Jahresbericht der BÄK für 2005)


Ausschuss „E-Health“ der Ärztekammer Nordrhein

  • mit dem Thema Telematik haben wir uns bereits in unserer Kammerversammlung im März 2010 intensiv befasst. Wir haben mit großer Mehrheit einen Beschluss gefasst, der davon ausgeht,
dass innerhalb der Ärzteschaft ein Bedürfnis nach einer stärkeren Vernetzung besteht und
dass die Möglichkeiten der elektronischen Kommunikation hierbei dienlich sein können.
Dr. med. Christiane Groß M. A. ist Mitglied des Vorstandes der Ärztekammer Nordrhein und Vorsitzende des Vorstandsausschusses „E-Health“.


Erfolgreiche Anwendungen

  • Die Möglichkeit, mit Informations- und Kommunikationstechnologien standortunabhängig auf Expertenwissen zuzugreifen und sektorenübergreifende Versorgungsformen aufzubauen, wird für Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen immer wichtiger. Eine Anwendung, die sich inzwischen durchgesetzt hat, ist beispielsweise die Teleradiologie. Sie wird unter anderem genutzt, um fallbezogen eine Zweit- oder Expertenmeinung einzuholen oder einen ärztlichen Hintergrunddienst von zu Hause zu etablieren.
Voraussetzung hierfür ist die schnelle Kommunikation von Bild- und Befunddaten. Als Alternative zu einer synchronen Punkt-zu-Punkt-Verbindung über gesicherte Leitungen in einem VPN-Tunnel (Virtual Private Network) zeigt das auf Bildmanagement-Lösungen für Krankenhäuser und Praxen spezialisierte Unternehmen Visus für nicht zeitkritische Anwendungen die Möglichkeit der Kommunikation per DICOM E-Mail. Diese lässt sich in die bestehende IT-Infrastruktur integrieren und ermöglicht den Aufbau eines herstellerübergreifenden Telemedizin-Netzwerks. Die Kommunikations- und Bildbetrachtungskomponenten können in jedes PACS integriert werden.

Links

  • Dossier · Telematik Wer im Onlinearchiv des Deutschen Ärzteblattes (DÄ) zum Thema Telematik im Gesundheitswesen recherchiert, stößt im Jahr 2002 erstmals auf den Begriff „elektronische Gesundheitskarte“ (eGK). Seitdem hat das DÄ sowohl in zahlreichen eigenen als auch in Fremdbeiträgen die Auf- und Abschwünge des komplexen Projekts begleitet.
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