Ulrich Thamer

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Dr. med. Ulrich Thamer, * 1944 ist Facharzt für Nervenheilkunde und Psychotherapeutische Medizin und ein ärztlicher Standesfunktionär.

Dr.Ulrich Thamer
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Dr.Ulrich Thamer

Die ärztliche Laufbahn begann der gebürtige Hagener im Münsterland. Nach dem Medizinstudium in Münster und Lübeck absolvierte er seine Assistenzzeit in Rheine und Lengerich. Bis 1980 arbeitete Dr. Thamer im Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen, dann ließ er sich in der eigenen Praxis in Gelsenkirchen nieder. Neben der Arbeit für die Patienten engagierte er sich berufspolitisch und in der ärztlichen Selbstverwaltung:

  • Seit 1989 gehört er der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe an
  • 1993 wurde Thamer erstmals in den Vorstand gewählt,
  • Vorsitzender des Ärztevereins Gelsenkirchen.
  • Mitglied LC Gelsenkirchen Buer Lions Clubs dienen der Menschheit, ohne Ansehen von Rasse, Nationalität und politischer Gesinnung. Sie stellen sich freiwillig unter das Motto "we serve - wir dienen".


Zitate

  • KV-Chef Thamer: Ärzte sollten Zahl der Lehrstellen-Angebote erhöhen
  • Dr.Thamer, wir möchten endlich Frieden ... Nein, die Psychotherapeuten haben Anspruch auf angemessene Vergütung – aber nicht auf Kosten der anderen Arztgruppen und nicht auf Kosten einer bestimmten Arztgruppe. Nicht das Optimale muss es sein. „Think small“ ist die Devise, dann bleibt man solide und kostengünstig.
  • Aus einer Bewertung von Dr. Steinhilper Jurist in der KVWL, von Dr. Thamer berichtet: Das GMG hat darüberhinaus durch Fristvorgaben, Vorlagepflichten von Richtlinien, Verträgen etc. an das Aufsichtsministerium (mit Genehmigungsvorbehalt), Möglichkeiten von Ersatzvornahmen durch die Aufsicht, Vorgaben für die Honorargestaltung und nicht zuletzt durch die Orgainsationsänderungen der KVen und der KBV den Gestaltungsspielraum der ärztlichen Selbstverwaltung weiter erheblich eingeengt und staatliche Interessen verankert. War der Vertragsarzt bisher ohnehin kein reiner Freiberufler mehr (mit Entscheidungsfreiheit bei der Preisgestaltung, beim Leistungsangebot und der Art der Leistungserbringung einschließlich Arbeitszeit und Delegationsmöglichkeit), sondern ein an Versorgungs- und Honorarvorgaben gebundener 2/3- Beamter, so ist er jetzt ein 3/4-Beamter. Diese Entwicklung wird weitergehen. Sie kann nicht mit juristischen Mitteln, sondern nur durch politische Einflußnahme aufgehalten oder verlangsamt werden. Daß der Gesetzgeber die KV abschafft, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Die Ärzte sind - soweit ersichtlich .- die einzige Gruppe in Deutschland, die ihre Verwaltung mit versteuertem Einkommen selbst bezahlt. Warum soll der Gesetzgeber daran rütteln. Bei ohnehin knappen öffentlichen Haushaltskassen wird er kaum steuerfinanzierte Ärzteverwaltungsämter aufbauen können. Die Politik wird daher den bisherigen Weg weitergehen:
1. Organisation der KVen belassen
2. ihren Selbstverwaltungsspielraum weiter einengen
3. ihnen weitere staatliche Aufgaben und Vorgaben (z.B. zur Honorierung, Leistungserbringung etc) überbürden.
BERLIN, DEMO vor der KBV 28.9.07
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BERLIN, DEMO vor der KBV 28.9.07
  • "Schwestern, gebt mir bitte den Weg frei!" - Dr. Thamer auf dem Weg zur Sitzung in BERLIN am 28.9.2007
  • Offener Brief an Thamer: "Wie können Sie das ruhigen Gewissens machen?" „Wie können Sie Ihre Äußerungen unter Berücksichtigung der Realität, sprich mangelnder Finanzierung und Zufriedenstellung der Haus- und Allgemeinärzte, ruhigen Gewissens machen?“, fragte Schallenberg in seinem Schreiben an Thamer. Darin wirft der Allgemeinmediziner dem Gesundheitsministerium, den Kassen und den KVen vor, nichts gegen das „politisch gewollte und kassenärztlich tolerierte (geförderte?) Auswandern“ zu tun. „Und für ein niedergelassenes Arbeiten in diesem System werben Sie in aller Öffentlichkeit“, schreibt Schallenberg weiter. „Es ist wirklich nicht zu fassen.“
  • Das Prinzip der Kassenärztlichen Vereinigungen ist grundsätzlich gut. KVen stehen als Garanten für die Sicherstellung einer flächendeckenden Grundversorgung durch Haus- und Fachärzte einschließlich der Notfalldienstversorgung. Gesundheitsleistungen werden qualitätsgesichert und weitgehend gerecht verteilt. Insofern tun KVen viel für das Gemeinwohl. Aber sie garantieren eben auch viel für ihre Mitglieder, zum Beispiel einen gleichen Zugang zum System.
  • Der KV-Vorstand suche jetzt das Gespräch mit dem Satzungsausschuss und den Beratenden Fachausschüssen, um eine Lösung zu finden, sagt der KV-Vorsitzende Dr. Ulrich Thamer. Die Beauftragung eines Rechtsgutachtens koste schließlich Geld. Das Ergebnis einer solchen Expertise sei ohnehin klar. "Der Vorstand haftet. Er kann nur für eine eigene Entscheidung haften, nicht für die der Selbstverwaltung", sagt Thamer. Mit der Schaffung der hauptamtlichen Vorstände habe der Gesetzgeber die Selbstverwaltung geschwächt. Das Landesgesundheitsministerium als Aufsicht teile die Sichtweise des Vorstands. Außerdem stimme es nicht, dass der KVWL-Vorstand die VV ausgrenze. "Der Vorsitzende der Vertreterversammlung hat das Recht, in alle Vorgänge Einblick zu nehmen." Es sei ein Novum in Westfalen-Lippe, dass sich Haus- und Fachärzte gemeinsam gegen den Vorstand stellen, sagt er. Das sei Ausdruck der schlechten Stimmung und des Misstrauens an der Basis -sowohl gegenüber den KVen als auch gegenüber der KBV. "Die Kollegen sehen in der KBV-Stiftung eine Ausgrenzung der Selbstverwaltung."
  • Tumultartige Zustände herrschten am Samstag 13.12.2008 in der Münsteraner Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). Rund 200 niedergelassene Ärzte bevölkerten den Sitzungssaal des Gebäudes und machten ihrem Unmut mit Megaphonen und Spruchbändern Luft: "KVWList Kassenarzt-Vernichtung mit Wissen und Leidenschaft", so die Botschaft der Mediziner bei der außerordentlichen Sitzung der 50-köpfigen Vertreterversammlung. Mit dem Ergebnis der Veranstaltung konnten sie nicht zufrieden sein. Das Misstrauensvotum gegen Ulrich Thamer, Vorsitzender der KVWL, wurde mit der hauchdünnen Mehrheit von zwei Stimmen abgelehnt.
  • Dr. Ulrich Thamer, Vorsitzender der KV Westfalen-Lippe: "In diesem System wird man als hauptamtlicher Vorstand zerrieben zwischen den Aufgaben an der Spitze einer Körperschaft und den Interessen der Mitglieder, die sehr unterschiedlich sind." (Ärzte Zeitung, 09.06.2009 Zermürbt und zerrieben - warum die Realos Leonhard Hansen und Enderer der KV kündigen)
  • Wir haben ein sehr schwieriges Jahr hinter uns, wahrscheinlich das schwierigste, welches die KVWL jemals zu bewältigen hatte. Nach meinen Ankündigungen ahnen Sie, dass das nächste Jahr kaum unkomplizierter verläuft. Dazu werden die dann wirksam werdenden Hausärzteverträge mit Bereinigung ganz wesentlich beitragen. Das war der Grund, weshalb sich der Vorstand der KVWL immer für Hausarztverträge mit Add-On-Vergütung ausgesprochen hat. (Rede auf VV der KVWL im Dezember 2009}
  • Die Arbeitskreise der KVen hätten zwar einen Kompromiss zur asymmetrischen Verteilung konsentiert. Es sei jedoch ungewiss, ob Andreas Köhler diesen Kompromiss auch in den Bewertungsausschuss einbringe, „oder ob der Kompromiss bereits wieder weichgespült wurde in Richtung eines konfliktärmeren Gießkannenprinzips.“ Es hätten sich schon mehrere KVen gemeldet, die bei der vorgesehenen Asymmetrie nach eigenen Aussagen schlecht abschnitten. Berichten zufolge habe es sogar ein Geheimtreffen von Vorständen am Flughafen Tegel gegeben, welches zur Bildung eines gegen die KBV gerichteten Aktionsbündnisses führen solle. „Von Vertretern solcher KVen ist mir oft gesagt worden, dass WL ja im Geld schwämme. Gemeint ist damit, dass WL beim Einkommen/Arzt auf einem der vorderen Plätze liegt. Verstanden wird dabei nicht, dass die Ärzte und Psychotherapeuten für dieses Einkommen sehr viel mehr arbeiten, als Ärzte in anderen Bundesländern“. (nach Meldung des aend 13.9.2010)
  • Aus allem ergibt sich, dass Versorgungssteuerung insbesondere für chronisch kranke Patienten ein wichtiges Thema wird, welches von den niedergelassenen Ärzten aufgegriffen werden muss. Hier zu bremsen wäre der falsche Weg. Dann überlassen wir dieses Feld anderen, die sich jetzt schon dort tummeln. Das KV-System und die Vertragsärzte müssen lernen, die vielfältigen neuen Möglichkeiten im Gesundheitssystem auch neu zu denken und sie nicht weiter durch altes Denken aufzuhalten. Ich wünsche dieser KV und ihren Vertragsärzten, dass sie im nächsten Jahr die richtigen Weichen stellen und die gewählte Richtung dann auch konsequent und selbstbewusst einhalten. Dass das nicht immer leicht ist, kann ich aus 10-jähriger Erfahrung in diesem Hause nachvollziehen.
.... danke für die lange Zusammenarbeit und die Unterstützung durch Kritik und Verstärkung. Ich bedanke mich auch bei unseren Vertragspartnern und unseren Bezugspersonen in der Politik, der Presse, der Industrie und der Öffentlichkeit. Auch in schwierigen Zeiten sind wir uns mit Achtung und Respekt begegnet und haben nach gemeinsamen Lösungen gesucht. Auch das zeichnet Westfalen-Lippe aus. Und deshalb habe ich hier gerne gearbeitet. Ich bin dann mal weg. (Bericht des Vorsitzenden VV KVWL 11.12.2010)
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