Wilfried Jacobs

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Wilfried Jacobs (Jahrgang 1944) ist seit dem 1.1.1996 hauptamtlicher Vorsitzender des Vorstands der AOK Rheinland, der größten gesetzlichen Krankenkasse in Rheinland und der sechstgrößten Krankenkasse in Deutschland mit mehr als 6500 Mitarbeitern. Nach einer Ausbildung bei der Innungskrankenkasse in Düsseldorf, kam Jacobs 1970 zum damaligen AOK-Landesverband Düsseldorf, in dem er rasch Karriere machte.

  • Ausbildung Innungskrankenkasse Mönchengladbach, AOK-Bundesverband Innungskrankenkasse Düsseldorf.
  • 1970 AOK-Landesverband Düsseldorf
  • 01.01.1988 stellvertretender Verbandsgeschäftsführer
  • 01.03.1991 Verbandsgeschäftsführer
  • Seit 01.04.1994 Vorsitzender der Geschäftsführung der AOK Rheinland
  • Seit 01.01.1996 hauptamtlicher Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland

Aus seinem Impulsreferat auf einer KVB-Veranstaltung im Juni 2011

Aus seinem Impulsreferat auf einer KVB-Veranstaltung im Juni 2011

Zitate

  • Er gilt als Perfektionist. Sein Anspruch ist extrem hoch - an sich selbst, aber auch an sein Team. Eine 70-Stunden-Woche ist für Wilfried Jacobs, hauptamtlicher Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland, Standard, schließlich ist die AOK Rheinland mit 185 Geschäftsstellen, 26 Regionaldirektionen, 6.300 Mitarbeitern und einem Haushaltsvolumen von sechs Milliarden Euro die sechstgrößte Krankenkasse bundesweit.
Seit 1983 lebt der Mönchengladbacher in Korschenbroich-Pesch. Er ist sportbegeistert, "leseverrückt" und ein ausgesprochener Opern-Fan. Trotz seines knappen Zeitbudgets fährt Wilfried Jacobs täglich eine Stunde mit dem Fahrrad. Für zwei Jahre - von 1997 bis 1999 - übernahm er zu seinem stressigen Beruf Verantwortung als Präsident beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. (nach NGZ-online 11.09.2003)
  • Wilfried Jacobs, plädiert für Qualitätssicherung. Mit Jacobs sprach Stefan Sauer (Kölner Stadtanzeiger März 2005). Für die Versicherten selbst sind Beitragssenkungen übrigens gar nicht das Wichtigste. Die Bertelsmann Stiftung zeigt in einer Erhebung, dass die große Mehrheit auf Dauer vor allem Leistungskürzungen befürchtet. Die Menschen zahlen lieber mehr für eine gute Gesundheitsversorgung, als Qualitätseinbußen bei niedrigeren Sätzen hinzunehmen. Sinkende Qualität kann es auch bei steigenden Beiträgen geben.
JACOBS: Deshalb plädiere ich für eine grundlegende Neuorientierung der Honorierung für Ärzte und der Vergütungen der Krankenhäuser, mit der gesicherte Qualität belohnt wird. Derzeit ist es doch so, dass zum Beispiel ein erneuter Krankenhausaufenthalt wegen vormalig schlechter Behandlung dem Krankenhaus weitere Einnahmen beschert. Das kann auf Dauer nicht funktionieren.
Trotz des Streits sieht AOK-Chef Wilfried Jacobs die termingerechte Einführung der Gesundheitskarte nicht gefährdet: "Wir werden sie zum 1. Oktober 2009 einführen. Die, die dagegen kämpfen, sind Außenseiter."
  • Einige Arztgruppen hätten mit ihren Kampagnen den Eindruck erweckt, als werde mit der seit Jahreswechsel geltenden neuen Honorarordnung die medizinische Versorgung in Frage gestellt. «Eine solche Verunsicherung der Versicherten ist unethisch und zudem wirtschaftlich ganz unbegründet», erklärte Jacobs. «Kölner Stadt-Anzeiger» (29.8.2009).
  • Dr. Andreas Köhler führte mit dem Vorstandsvorsitzenden der AOK Rheinland/Hamburg, Wilfried Jacobs, ein Streitgespräch unter der Überschrift „Das deutsche Gesundheitswesen: Umbau oder Raubbau?“ (Diskussionsveranstaltung KBV kontrovers am 29. April 2009)
Jacobs kritisierte: „Bei den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) kommt es mir so vor, als würde ihr Gestaltungswille schrumpfen, ihr Behauptungswille scheint aber ungebrochen.“
„Die KVen gestalten sehr wohl“, betonte Köhler. Problem sei, dass „die staatliche Einflussnahme die Ausübung ärztlicher Tätigkeit als freier Beruf gefährdet und mittelfristig die ärztliche und gemeinsame Selbstverwaltung zerstört.“ Denn die Politik rede zwar von Wettbewerb, schaffe aber ein neues Monopol für den Hausärzteverband, so der KBV-Chef.
  • Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland beanstandete, dass der Brief an NRW-Gesundheitsminister Laumann keine Klarheit bringe. "Der Brief äußert sich nicht dazu, was die Karte können darf", sagte er. Die Überprüfung der Strukturen halte er zwar für richtig, jedoch fehle ihm ein Bekenntnis

Interviews

Herr Jacobs, Sie sind seit 54 Jahren im Dienst der gesetzlichen Krankenversicherung. 18 Jahre lang haben Sie die AOK Rheinland/Hamburg geführt. Wie viele Gesundheitsreformen haben Sie erlebt?
Jacobs: Rund 20 werden es gewesen sein - und das waren eindeutig zu viele.
Interview mit AOK-Chef Wilfried Jacobs: "Im Mittelpunkt muss der Patient stehen"
  • Nach seiner Verabschiedung am 29. Juni 2012 gönnt sich Jacobs gerade einmal eine Woche Urlaub, bevor er in seine neue Rolle schlüpft: Die Leitung des von ihm neu gegründeten Instituts für patientenorientierte Versorgungsablaufforschung (IPOV) in Neuss. Der 68-jährige Jacobs ist alleiniger Gesellschafter des gemeinnützigen Instituts, er wird dort zunächst zwei Mitarbeiter beschäftigen. In der Startphase wird das IPOV von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung gefördert.
"Ich möchte herausfinden, wo den Patienten im Medizinbetrieb der Schuh drückt", erläutert Jacobs im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".
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