Zwei-Klassen-Medizin

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Als Zwei-Klassen-Medizin bezeichnet man ein Gesundheitssystem, in dem die medizinische Versorgung eines Patienten abhängig von dessen sozialer Lage ist.

Zwar ist in Deutschland je nach Leistungsanbieter eine unterschiedliche Behandlung von Privatpatienten/Selbstzahler gegenüber Kassenpatienten möglich, jedoch schon immer korrelierte die Lebenserwartung mit dem sozialem Status, selbst bei gleichem Zugang zu medizinischen Leistungen. Die Unterschiede zwischen bestimmten sozialen Schichten kann sich in Form von kürzeren Wartezeiten beim Arzt oder besserer Unterbringung und Verpflegung im Krankenhaus nieder schlagen, jedoch auch im besseren Zugang zu medizinischen Leistungen von Patienten in der Stadt im Vergleich zum flachen Land. Ebenso spielt der Zugang zu medizinischen Informationen eine Rolle. Zunehmend schwierig wird die genaue Definition einer medizinischen Kernversorgung, da im Zuge der Gesundheitsreformen immer mehr Therapien, Medikamente und Untersuchungen, die die privaten Krankenversicherungen noch bezahlen, nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen getragen werden. Kritiker sehen gar den Grundsatz des sozialstaatlichen Gesundheitssystems, daß jeder Patient zumindest Anspruch auf die medizinisch notwendige Versorgung hat, gefährdet.

Der Begriff der Zwei-Klassen-Medizin wird häufig von den Medien als plakativer Alarmbegriff oder von den Gegnern der beschriebenen Entwicklung als politischer Kampfbegriff verwendet. Stimmen, die die gegenwärtige Entwicklung des Gesundheitssystems befürworten, bestreiten meist das Ausmaß der Zwei-Klassen-Medizin.

Buchtitel bei Rowohlt
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Buchtitel bei Rowohlt

Karl Lauterbach schrieb ein Buch unter dem Titel "Der Zweiklassenstaat", das sehr viel Aufsehen erregte, zumal er auf die "Zwei-Klassen-Medizin" zur Untermauerung seiner Thesen mehrfach eingeht. Im Text der Inhaltsbeschreibung seines Buches heißt es:

  • Der deutsche Sozialstaat ist schon lange kein Vorbild mehr für andere Länder. Im Gegenteil: Von unserem Sozialsystem profitieren besonders die Privilegierten, Verlierer sind die Armen und Benachteiligten. Sie werden nicht effizient unterstützt, mehr noch: Das System fördert sogar soziale Ungerechtigkeit und Massenarbeitslosigkeit. Karl Lauterbach, einer der führenden Sozialexperten Deutschlands, zeigt in seinem Buch: Deutschland ist zum Zweiklassenstaat verkommen. Etwa in der Bildung, wo vor allem Kinder höherer Schichten vom herrschenden Schulsystem profitieren. Oder in der Medizin, wo Privatversicherte schneller einen Arzttermin erhalten und besser behandelt werden.

Die Auseinandersetzungen um "Falschzitate" dazu findet sich hier: Zitate: Vollständig und teilweise

Quellen

Der Text auf dieser Seite basiert (zum großen Teil) auf dem Artikel Zwei-Klassen-Medizin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Die Inhalte stehen unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der Autoren ist beim Originalartikel abruf

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