Wörterbuch Experte-Deutsch

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 +* Fallzahlzuwachsbegrenzungsregelung = verhindert [http://de.wikipedia.org/wiki/Stachanow-Bewegung "Stachanow"-Syndrom] im System
* Qualität = billig * Qualität = billig

Version vom 01:20, 4. Jul 2012

Unsere Gesundheitspolitiker, Funktionäre und Experten sind manchmal schwer zu verstehen und werden daher auch oft missverstanden. Vielleicht könnte ein Wörterbuch helfen, die Kluft zwischen jenen und dem einfachen Patienten-und Ärztevolk zu kitten.

Wenn Ihr Politiker (Experte oder Funktionär) ....… sagt, dann meint er = eigentlich ...


Inhaltsverzeichnis

Wörter wie diese:

  • Qualität = billig
  • Patientenrechte stärken = Leistungen einschränken
  • Wettbewerb = Umsatz mit medizinischen Leistungen
  • Patientenwohl = Denken Lobbyisten der Ärzte- und Apothekerschaft an das Honorar ihrer Klientel, reden sie vom Patientenwohl.
  • Transparenz = Überwachung
Notfalldatensatz im Ernstfall
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Notfalldatensatz im Ernstfall
  • Einkommen = Umsatz
  • Synergieeffekte nutzen = Anzahl der Praxen reduzieren
  • wohnortnah = in der Nähe von Deutschland
  • Leistungsempfänger = Bittsteller
  • Kostenträger = Krankenkassen
  • Gesundheitskasse = eine Krankenkasse, die für sich die morbidesten Versicherten wg. Risikostrukturausgleich beansprucht.
  • Effizienzreserve = Patient
  • Wirtschaftlichkeitsreserve = Behandlung
  • Versorgung = billige Behandlung
  • Versorgungsadäquanz = Preis-Leistungsverhältnis ärztlicher Dienstleistung unter Bedingungen von WANZ nach SGB V
  • Neue Versorgungsmodelle = börsennotierte Sparaktionen
  • Med. Fachangestellte = arbeitslose Arzthelferin
  • Behandlungspfad = Kochbuch für Ärzte
Illustration Dr. Renate Lott, Berlin - Süddeutsche Zeitung 06. Dezember 2010
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Illustration Dr. Renate Lott, Berlin - Süddeutsche Zeitung 06. Dezember 2010
  • E-Health = Krankheitsverwaltung per Internet
  • Pay für performance (P4P) = Werkvertrag
  • Quartal = kleinste Planerfüllungseinheit
  • Versorgungsebene = Arzt
  • auf Augenhöhe = im Pschyrembel geblättert oder gegoogelt
"Schwalbe" - Das Fahrzeug der Schwester Agnes
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"Schwalbe" - Das Fahrzeug der Schwester Agnes
  • AGNES = Arztersatz für entvölkerte Flächenländer
  • Kundenorientierung = mit Mineralwasser und Heftchen ablenken
  • Behandler = Arzt oder Therapeut
  • Kartelle aufbrechen = den ganzen Mist an die Spessart AG abgeben
  • Fehlversorgung = zu teuer
  • Flächendeckende Versorgung = MVZ in der Mitte Deutschlands
  • verkrustete Strukturen = Ärzte, Patienten und Krankheiten
  • Apparatemedizin = vom Reflexhammer aufwärts, zu teuer
  • innovativ = billiger
  • wirtschaftlich = noch billiger
  • Lohnnebenkosten = Differenz zu China und Sri Lanka, abzuschaffen
  • Leistungserbringung an suboptimaler Stelle = diese Leistung vermindert den Gewinn bzw. den Überschuss dieser Gemeinschaft, sodass ineffiziente Prozesse dem unternehmerischen Nutzenkalkül bzw. den jeweiligen Individualrationalitäten zuwiderlaufen. (aus Sachverständigem-Gutachten "Sondergutachten")
  • Wasemsideen haben = erfinden von verkappten Beiträgen in der GKV über den Zwangsbeitragsanteil von 15,5% hinaus, ausschließlich zu Lasten von Arbeitern, Angestellten, Rentnern und Hartz IV-Empfängern.
  • Wasemer = Ein "Wasemer" ist einer, der von Ideen und Vorschlägen lebt, von denen er nach Umsetzung selbst nicht betroffen ist.
  • Wutarzt = Durchblicker
  • Zusatzbeitrag = verkappte Beitragserhöhung in der GKV
  • Rürupen - Verb: wird gelegentlich auch "maschern" genannt = (AWD = Abwandernder Deutscher) Kommissions- und Sachverständigenmitgliedschaft auf Zeit im Staat, dann mit dem persönlichem Gewinn einschl. Lobby-Kontakten in die private Wirtschaft abwandern.
  • asymmetrischen Gesamtbeträge = bei einem Honorarplus für die KV die Fachgruppen unterschiedlich dabei berücksichtigen, was sonst "Symmetrie" ohne Unterschiede bzw. gleichmäßig bedeuten würde
  • Horrende Nachzahlung = Regress ( "Zu viele Heilmittel verschrieben - Horrende Nachzahlungen für Ärzte" Titel eines hr-Beitrags aus Arztpraxis)

Wörter "usurpieren"

widerrechtlich erobern - sich einverleiben
  • Bedeutung: aneignen
angliedern, wegnehmen, Besitz ergreifen von, nehmen, einverleiben, sich zu eigen machen, in Besitz bringen, sich bemächtigen, an sich bringen, anschließen, annektieren
  • Bedeutung: annektieren | Art: Verb
einnehmen, in Besitz nehmen, sich einverleiben, sich aneignen, erobern, schlucken, beschlagnahmen, gewaltsam nehmen, erringen
  • Herr Minister Dr. Rösler, Herr Daniel Bahr, wir appellieren an Sie: Online - Kontrollitis unter dem Deckmantel des inzwischen völlig usurpierten Qualitätsbegriffes in der medizinischen Versorgung ist kontraproduktiv! Alle Studien zeigen, dass berufliche Autonomie das Hauptkriterium für die Arbeitszufriedenheit von Ärzten und anderen medizinischen Leistungsträgern ist. Mit diesem Kontrollsystem Orwellscher Dimension würde berufliche Autonomie nicht nur gefährdet, sondern völlig zerstört. Dies wäre eine Katastrophe für die ärztliche Versorgung in der Zukunft angesichts des sich bereits jetzt abzeichnenden Ärztemangels.
Ihre Vorgänger Schmidt und Schröder haben im Verein mit den Körperschaften G-BA, Kassenärztliche Bundesvereinigung und Ärztekammern das obligate, so genannte „Qualitätsmanagement“ zu verantworten. Für das Gelingen der von Ihnen angekündigten 'Vertrauenskultur' ist das ersatzlose Streichen des „Richtlinienbeschlusses des GBA zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (SQS)“ eine unverzichtbare Voraussetzung.
Diese Bankrott-Richtlinie darf, vorbehaltlich der Prüfung durch das von Ihnen geführte BMG im geplanten GKV – Änderungsgesetz, nicht verabschiedet werden!
„Der mittlerweile völlig usurpierte Qualitätsbegriff in der medizinischen Versorgung darf nicht als Deckmäntelchen für eine gigantische Datensammlung herhalten“, fordert Dr. Richard Schütte, kommissarischer Vorsitzender des in Gründung begriffenen Landesverbandes Rheinland-Pfalz ("Freie Ärzteschaft")in einem ‚Offenen Brief’ an Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler.

Quelle

Sätze bilden und Grammatik

  • Ein Beispiel dazu stellte Dipl.-Med. Thomas Schwerdtfeger im Ärzteforum vor:
1. Der islamistische Terrorist ....
oder
2. Ein Terrorist .... der dem Islamismus zugeordnet wird
Gleiche Aussage eigentlich, aber was bleibt als Information beim Leser hängen?
im Hirn bleibt nach 1. hängen, Terrorismus ist islamistisch! - bei 2. bleibt hängen, es gibt Terroristen, neben anderen auch islamistische.
So werden Feinbilder geschaffen und erhalten.


Weitere Beispiele dazu

  • Zwischen 1945 und 1948 schrieb er - Dolf Sternberger - zusammen mit Gerhard Storz und Wilhelm E. Süskind für die Zeitschrift Die Wandlung Artikel. 1957 wurden die Beiträge erstmalig unter dem Titel "Aus dem Wörterbuch des Unmenschen" in Buchform veröffentlicht. Die Artikel untersuchen anhand von 28 Begriffen die Sprache der Nationalsozialisten, die bis in die heutige Zeit wirkt. Sternberger schrieb in seinem Vorwort zur Buchausgabe von 1957:
„... Das Wörterbuch des Unmenschen ist das Wörterbuch der geltenden deutschen Sprache geblieben, ...“. Es finden sich u. a. Kommentare zu folgenden Wörtern (bzw. deren spezifische Ausrichtung, also ihren Missbrauch bzw. Gebrauch im Nationalsozialismus):
Anliegen, Ausrichtung, Betreuung, charakterlich, durchführen, echt, einmalig, Einsatz, Frauenarbeit, Gestaltung, herausstellen, intellektuell, Kulturschaffende, Lager, leistungsmäßig, Mädel, Menschenbehandlung, organisieren, Problem, Propaganda, querschießen, Raum, Schulung, Sektor, tragbar, untragbar, Vertreter, wissen um, Zeitgeschehen.
In der dritten Auflage 1967 enthielt das Wörterbuch 33 Begriffe: Mädel wurde herausgenommen, Auftrag, Härte, Kontakte, Menschen, Ressentiments u. a. wurden hinzugefügt. Vgl. Entmenschlichung
  • LTI – Notizbuch eines Philologen ist ein 1947 erschienenes Werk von Victor Klemperer, das sich mit der Lingua Tertii Imperii, der Sprache des Dritten Reiches befasst.
(* 9. Oktober 1881 in Landsberg an der Warthe; † 11. Februar 1960 in Dresden) war ein deutscher Literaturwissenschaftler und Schriftsteller. Zu seiner Bekanntheit trugen neben seiner Abhandlung LTI – Notizbuch eines Philologen (Lingua Tertii Imperii, Sprache des Dritten Reiches) vor allem seine Tagebücher bei, in denen er akribisch seine Ausgrenzung als Intellektueller jüdischer Herkunft aus der deutschen Gesellschaft im Alltag der Zeit des Nationalsozialismus dokumentierte.
Bereits sein Titel ist eine Parodie auf die ungezählten Kürzel aus der Sprache der Zeit des Nationalsozialismus wie BDM, HJ, DAF, NSKK, KdF etc. Klemperer erklärt dazu im ersten Kapitel: Ein schönes gelehrtes Signum, wie ja das Dritte Reich von Zeit zu Zeit den volltönenden Fremdausdruck liebte: Garant klingt bedeutsamer als Bürge und diffamieren imposanter als schlechtmachen. (Vielleicht versteht es auch nicht jeder, und auf den wirkt es dann erst recht.) Er kommt zum Ergebnis, dass die Sprache in der Zeit des Nationalsozialismus die Menschen weniger durch einzelne Reden, Flugblätter oder ähnliches beeinflusst habe als durch die stereotype Wiederholung der immer wieder gleichen mit nationalsozialistischen Vorstellungen besetzten Begriffe.
  • Politische Kultur: Horst Seehofer schockiert als Bürger unter Bürgern
Slomka wies mit der gebotenen Klarheit auf die "entrückte Politikersprache", die in Wahrheit oft eine Tarnsprache ist, auf das "Gremiendeutsch", das sich so gern ins Abstrakte versteigt, um sich jeder Festlegung zu entziehen. Das Deutsch der dünnen Lippen. Das Karrierendeutsch. Es wäre der schiere Hochmut, stellten wir, die Medienmenschen, uns selber ein so viel besseres Zeugnis aus. Vielleicht schreckte Horst Seehofer darum die "Öffentlichkeit" so schockartig auf, weil er fünf oder zehn Minuten lang unverstellt ein paar Wahrheiten sagte, die so überraschend nicht waren – und weil er wie ein Mensch unter Menschen, wie ein Bürger unter Bürgern sprach.

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